Wem nützt der Reichtum der Wissensallmende?

Ob und wie gut Menschen den Reichtum der Wissensallmende nutzen können, hängt von vielen Faktoren ab:

  • Menschen müssen Wissen verarbeiten können. Sie müssen Informationen finden, verstehen, anwenden und weitergeben können. Je leichter dies fällt, desto eher gelingt auch der Umgang mit und die Nutzung von Wissen.
  • Die Menschen müssen Zugang zu den globalen Wissensressourcen haben. Auf direktem Wege, zum Beispiel über eine Bibliothek oder das Internet. Oder indirekt, etwa indem jemand hilft, Wissen zugänglich zu machen - wie ein Arzt, der mit seinem Wissen einen Kranken heilt.
  • Menschen müssen sich Wissensgüter leisten können. Jeder Mensch sollte beispielsweise lebensnotwendige Medikamente bezahlen können. Außerdem sollte der Anteil des Einkommens, der für Wissensgüter ausgeben wird, nicht zu hoch sein.
  • Der rechtliche und politische Rahmen muss die Schaffung von neuem Wissen fördern. Zunächst müssen wichtige Freiheiten gesichert werden: Nur wer frei seine Meinung äußern darf, kann Wissen in Diskussionen mit anderen weiterentwickeln. Außerdem müssen Zugang und Nutzung geregelt werden. Dürfen alle auf alles zugreifen? Werden Einzelnen exklusive Verwertungsrechte (z. B. Patente) zugestanden? Wieviel Forschung wird mit öffentlichen Geldern finanziert?

Lea Shaver vom Yale Information Society Project hat Variablen entworfen, mit denen mess- und vergleichbar wird, wie es um den Zugang zu Wissen – engl. Access to Knowledge (A2K) – in verschiedenen Ländern bestellt ist. Viele Variablen dieses sogenannten A2K-Index sind noch nicht messbar, weil es keine verwertbaren Daten gibt. 2010 sollen erstmals einige der Daten gesammelt werden, allerdings noch sehr unvollständig.

Zum Weiterlesen

Was Vernetzung für die Wissensproduktion bedeutet, hat Yochai Benkler beschrieben: The Wealth of Networks.

David Bollier hat ebenfalls ein Buch zu digitalen Gemeinschaften veröffentlicht: Viral Spiral, How the Commoners Built a Digital Republic of Their Own.

Der Titel spricht für sich: Die wunderbare Wissensvermehrung. Wie Open Innovation unsere Welt revolutioniert, Olga Drossou u.a..

Wie freie Software die Welt erobern könnte: 2020 FLOSS Roadmap (mit aktuellen Zahlen zur Verbreitung).

Wie man den Reichtum messen könnte zeigt Lea Bishop Shaver: Defining and Measuring Access to Knowledge: Towards an A2K Index (Titel suchen bei www.ssrn.com).

Digitalisierung und Vernetzung haben aber auch Kehrseiten. Insbesondere die Privatsphäre schrumpft mehr und mehr. Informationen dazu gibt’s beim FoeBuD e.V. oder beim Chaos Computer Club

Welchen Reichtum wir jenseits der Wissensallmende besitzen zeigt der „State of the Commons Report“, das Vorbild für diesen Report.

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