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Patent, Urheberrecht & Co.
Um Zugangs- und Nutzungsrechte an Wissen, Informationen und biologisch-genetischen Ressourcen ist in den letzten Jahrzehnten ein Kampf entbrannt, der an die Landnahmen der Kolonialzeiten erinnert. Der uns zur Verfügung stehende Wissensschatz – die Wissensallmende – wird eingezäunt: Immer neue Wissensbereiche gelangen mittels geistiger „Eigentumsrechte“ (wie Patente, Urheber- und Sortenschutzrechte) in die Verfügungsgewalt von Firmen und Einzelpersonen.
Nicht zufällig findet diese „geistige Privatisierungswelle“ gerade jetzt statt: Zur erhöhten Nutzbarkeit von Wissen durch Digitalisierung und weltweite Vernetzung (siehe Teil I dieses Reports) gesellt sich dessen größere wirtschaftliche Relevanz. Immer größere Teile des Brutto-Inlandsproduktes der Industriestaaten werden direkt oder indirekt durch Patente und ähnliche Rechte erwirtschaftet. In den USA ist die Urheberrechtsindustrie zur größten Exportbranche avanciert (siehe Abbildung).

- Abbildung1: Die Urheberechtsindustrie - oder englisch Copyright-Industry - ist die umsatzstärkste Export-Branche der USA
- (Quelle: IIPA, Copyright Industries in the U.S. Economy. The 2006 Report).
Zwischen 1999 und 2005 haben sich die US-amerikanischen Exporterlöse in diesem Bereich mehr als verdoppelt (Quelle: siehe Abbildung 1). Wissen wird nicht umsonst als „virtuelles Öl des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet.
In Wirtschaft und Politik reagiert man auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung von Wissen vor allem mit der Ausdehnung privater Eigentumssrechte. Patente, Urheberrechte und andere Rechtsformen finden in immer neuen Wissens- und Lebensbereichen Anwendung (siehe auch „Welche gewerblichen Schutzrechte gibt es?“).
Geistige Eigentumsrechte bilden den Schlüssel für die Verteilung von Wohlstand, Macht und Zugangsrechten in der Informationsgesellschaft.
(James Boyle, Environmentalism for the Net)









