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Netzwerke und Software
Internet-Cafés – Netzzugang für alle?
Das Beispiel der Internet-Cafés in Brasilien zeigt, dass ein Kleinunternehmerboom unter Umständen besser zur „digitalen Teilhabe“ beitragen kann als die öffentliche Hand.
Die Regierung hatte sich der Idee „der digitalen Teilhabe“ verschrieben. Sie hatte in Infrastruktur investiert und mit Programmen wie „Computer für alle“ den privaten Erwerb von PCs per Kreditvergabe unterstützt. Doch nur ein Bruchteil der Bevölkerung (circa 4%) nutzt die kommunalen Telecenter oder die Computer öffentlicher Bibliotheken. Weit mehr Menschen besuchen sogenannte lan houses. Diese Etablissements von Kleinstunternehmern bieten vor allem eines: kostenpflichtigen Zugang zum Internet.
Warum? Die Bibliotheken oder telecentros, die die brasilianische Regierung mit dem Anspruch eröffnete, die Medienkompetenz zu fördern, sind gratis. Die Busfahrt dorthin aber nicht. Selbst in den ärmsten Regionen lässt sich allerdings eine Hütte finden, die ein Lan house – ein paar Computer – beherbergt. Eine Stunde surfen kostet zwischen 0,50 - 1,50 R$ (Ende 2008 waren das 0,17 – 0,50 €).
Lan Häuser haben eine wichtige Funktion: „De facto schaffen private Unternehmer einen Ausweg aus der digitalen Exklusion.“, so Juraprofessor und Creative Commons Aktivist Ronaldo Lemos. Die Regierung war bisher nicht in der Lage, einen solchen Ausweg zu bieten – trotz entsprechender Versuche. Deshalb sei es auch wichtig, rechtliche Fragen anzugehen: Von der eingesetzten Software und den damit verbundenen Lizenzverpflichtungen bis zu der Tatsache, dass die meisten Lan Häuser im informellen Bereich operieren. Die größte brasilianische Tageszeitungen, Folha de São Paulo, bringt es auf den Punkt: „Lan houses sind überall da, wo die Regierung nicht ist."
Sie sind multifunktional und derzeit der beste Weg zum Netzzugang; vor allem in den Armenvierteln, den favelas, und jenseits der Achse Rio – São Paulo, etwa im Norden und Nordwesten des Landes, in den Regionen mit den größten Entwicklungsproblemen. Dort werden sie von fast 70 % der Bevölkerung genutzt.
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Freie Software in Südafrika: Weniger Kosten, mehr Unabhängigkeit
In Südafrika, wie in vielen anderen Ländern der Welt, ist der größte Kunde von Informations-Technologien (IT) die Regierung selbst. Millionen gibt sie jährlich für Softwarelizenzen proprietärer Programme aus, die auf den circa 400.000 PCs der südafrikanischen Behörden laufen. Nachdem 2003 eine Rechnung über etwa 48 Millionen Euro für die dreijährige Nutzung von Produkten der Firma Microsoft eintraf, begann die State Information Technology Agency über Alternativen nachzudenken.
Anfang 2007 wurde es dann offiziell. Die Regierung kündigte eine neue IT-Strategie an: Die Nutzung von freier und Open Source Software für alle landeseigenen Rechner. Dabei geht es nicht nur um Einsparungen für die Öffentliche Hand, sondern auch darum, verstärkt lokale Kapazitäten zu Entwicklungen von IT zu nutzen. Bei speziellen Anforderungen will man außerdem nicht weiter von den Dienstleistungen einer bestimmten Firma abhängig sein. Die großen IT-Verkäufer Südafrikas hatten die Initiative unterstützt und seit Jahren eigene Beiträge zur Entwicklung von Freier Software geleistet.
"Die Regierung setzt auf offene Standards, um interoperable Informationssysteme aufzubauen, die offen, zugänglich und fair sind und so die demokratische Kultur und gute Regierungsführung (good governance) stärken", so die Ministerin für Öffentlichen Dienst und Verwaltung Geraldine Fraser-Moleketi im März 2008.
Die deutsche Bundesregierung unterstützt im südlichen Afrika und in ostafrikanischen Ländern über InWent in Kooperation mit der Free and Open Source Software Foundation for Africa (FOSSFA) das Programm ict@innovation. Dabei geht es um den Aufbau kleiner und mittelständischer Unternehmen im Bereich freier Software. Es geht um Fortbildung und Vernetzung für lokale Anbieter von IT-Service - wie Programmierung und Anpassung. Und es geht um lokale IT gestützte Geschäftsmodelle und die gemeinsame Arbeit an kostengünstigen und innovativen Software-Lösungen für alle zentralen Bereiche. Schön wäre, wenn die Bundesregierung auch den freien Software-Unternehmen zu Hause mehr Unterstützung gewähren würde.
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Informationen zum Projekt in Afrika oder bei der Free and Open Source Software Foundation for Africa.
Sehr empfehlenswert außerdem das deutschsprachige Open Source Jahrbuch, dass wissenschaftliche Artikel zum Thema allgemein jährlich ein einem Sammelband herausgibt.










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