Bits und Bytes haben die Welt des Wissens verändert

Informationen aller Art sind heute digitalisiert, vom Mitschnitt eines Konzerts bis zur Weltkarte. Sie sind auf einer Vielzahl verschiedener Medien reproduzierbar und lassen sich einfach kopieren. Neue Speichermedien und die Vernetzung von Computern ermöglichen das Archivieren großer Datenmengen und deren weltweiten Austausch. Kosten und Zeitaufwand dafür werden immer geringer.

Das verändert auch die Art, wie wir Wissen produzieren. Jeder Mensch mit Zugang zu einem Rechner und zu Übertragungswegen im Netz kann einfacher als bisher, allein oder mit anderen, neues Wissen erarbeiten. Altes kann neu zusammengestellt und jedem anderen weltweit zugänglich gemacht werden. Der Computer wurde zum Medium für die Darstellung des eigenen Denkens, Tonstudio und Datenbank des Lebens zugleich.

Zudem entstehen neue Kooperationsmöglichkeiten: Die Vernetzung hat innovative Formen der gemeinschaftlichen Produktion von Inhalten ermöglicht. So erstellen tausende Freiwillige enzyklopädisches Wissen. Sie programmieren Freie Software, kartieren die Erde oder den Mars.

Davon profitieren wir alle! Überzeugen Sie sich selbst:

  • Neue Musik finden Sie bei last.fm: Geben Sie einfach die Band an, die Musik macht, die Sie mögen. Last.fm zeigt eine Reihe von anderen Bandnamen an, hinter denen sich musikalische Schätze verbergen, die Ihrem Geschmack vermutlich entsprechen. Anschließend können Sie diese Namen bei einer Suchmaschine eingeben und herausfinden, was frei angeboten wird.
  • Die vollständigen Texte wissenschaftlicher Zeitschriften sind selten frei im Netz verfügbar, obwohl ein Großteil der Forschungsergebnisse mit öffentlichen Geldern finanziert wurde. Dem wirkt das Prinzip des Open Access (offener Zugang) entgegen. Gemeint ist damit, dass Leserinnen und Lesern freier Zugriff auf Texte gewährt wird. Weltweit werden immer mehr wissenschaftliche Zeitschriften nach diesem Prinzip veröffentlicht. Das Directory of Open Access bietet einen Einstieg. Heather Morrison listet weitere Verzeichnisse auf und verfolgt den rasanten Anstieg der Open Access Publikationen seit 2006.
  • Freie Software ist ein Beispiel dafür, wie Menschen aus der ganzen Welt online zusammenarbeiten, um innovative und qualitativ hochwertige Ergebnisse zu produzieren - die allen frei zur Verfügung stehen. Freie Software ist erfolgreich: Ca. 80% der Internetstruktur werden mit ihr betrieben (Quelle: 2020 FLOSS Roadmap). Die Programmvielfalt der freien Software kann man auf Sourceforge entdecken.
  • Wer kennt sie nicht? Die Online-Enzyklopädie aus freien Inhalten – die Wikipedia. Jede und jeder kann mit dem eigenen Wissen zur Enzyklopädie beitragen. Schier unglaublich ist, wie viele Menschen das tatsächlich tun. Es gibt inzwischen Wikipedias in 260 (!) Sprachversionen. Im Mai 2001 entstand die deutsche Plattform. Vermutlich wird sie bereits Mitte 2009 eine Millionen Artikel registrieren.

Die Erweiterung der uns allen zur Verfügung stehenden Wissensressourcen, kurz der Wissensallmende – englisch knowledge commons oder commons of the mind - bereichert uns alle. Zumindest theoretisch.

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